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30.03.2008 - 15:38

Weniger Geld trotz höherem Stundensatz

Ab 1.4. sollen wissenschaftliche Hilfskräfte in Baden-Württemberg nicht mehr 7,82€ sondern 8,05€ pro Stunde verdienen. Im Prinzip ist das ja eine tolle Sache, gäbe es da nicht die Regelungen für 400€-Jobs.

Dank dem höheren Stundensatz verdiene ich jetzt nämlich nicht mehr 391€ pro Monat sondern 402,50€. Dank diesen 2,50€ die ich über der 400€-Grenze bin ich jetzt Rentenversicherungspflichtig. Rentenversicherung sind 9,55% die abgehen, bei 402,50€ macht das 38,44€. Bei einem regelmäßigen Einkommen von mehr als 400 EUR im Monat kann ich mich ausserdem nicht mehr in der Familienversicherung mitversichern lassen. Studentische Kranken- und Pflegeversicherung kostet pro Monat 52,11 €. Das Bafög wird mir natürlich auch gekürzt, ich konnte bisher aber nicht herausfinden um wieviel.

Für die Krankenversicherung bekomme ich vermutlich einen extra Bafög-Zuschuss. Da aber Bafög-Zuschüsse zu dem Betrag dazugerechnet werden der für das Kindergeld relevant ist (640€/Monat oder so ...) komme ich mit meinem Brutto-Einkommen zzgl. Bafög-Zuschüsse wenn ich Pech hab auch über diese Grenze und das Kindergeld fällt weg (154€).

Alles in allem bekomme ich im schlechtesten Fall fast 200€ weniger als bisher. Kann gut sein, dass ich irgendetwas falsch berechnet habe ... einfach ist der ganze Sch* nämlich nicht. Fakt ist aber, dass ich auf jeden Fall weniger Geld rausbekomm als vor der Erhöhung des Stundensatzes. Ist das nicht ein tolles System?

Im Prinzip könnte ich einfach eine Stunde weniger arbeiten, damit ich wieder unter die 400€-Grenze komme. Dazu müsste ich zwar wieder einige Seiten Formulare ausfüllen, die zur Personalabteilung der Uni schicken, warten bis mir ein Vertrag zugeschickt wird und diesen dann unterschreiben und zurück schicken. Daran hab ich mich ja schon gewöhnt :-)

Die Stundensatzerhöhung wird von unseren lieben Finanzministerium aber leider nicht kommuniziert. Erfahren hab ich davon als ich Freitag morgen die Anmeldung zur Rentenversicherung im Briefkasten hatte. Durch den extremen Bürokratieaufwand reicht es vermutlich nicht mehr für April meine Stunden zu kürzen (auf den letzten Arbeitsvertrag musste ich 2 Monate warten).

Auf Nachfrage beim Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) bin ich darauf hingewiesen worden, dass es die Möglichkeit gibt, weiterhin 7,82€ pro Stunde zu bekommen. Dann müsste beim LBV allerdings bis spätestens 17.4. eine schriftliche Bestätigung der Personalabteilung der Uni vorliegen...

Ich frage mich nur, wie die rechtliche Lage ist. Denn in dem Arbeitsvertrag den ich unterschrieben habe steht dick und fett 7,82€ drin. Auf diese Frage bekam ich beim LBV leider keine Antwort ...

Ich will auch gar nicht wissen, wieviel Bürokratieaufwand durch die Erhöhung des Stundensatzes entstanden ist...

Geschrieben von Bastian
Kategorie: sonstiges
zuletzt aktualisiert am 30.03.2008 um 15:40